Die HZD in guten Händen: Tatkräftig und unermüdlich

Frank Werner war der Leiter des „Aufbaustabs Hünfeld“. Nach dem Aufbau der Außenstelle führte er sie mehr als 20 Jahre lang.

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Frank Werner, Hünfeld 1990-2012

Rückblickend kann ich sagen: Die Außenstelle Hünfeld zeigt modellhaft auf, wie IT-Dienstleistungen einerseits individuell für ein Ressort, andererseits aber standardisiert und wirtschaftlich erbracht werden kön­nen – heute übrigens mehr denn je. Dazu war und ist es notwendig, eine moderne und leistungsfähige Außenstelle der HZD zu gestalten. Aber der Reihe nach. Beginnen wir mit der Zeit des Aufbruchs, Aufbaus und Wachstums, an der ich teilhaben durfte.

1989 reiften die Pläne für den Aufbau einer HZD-Außenstelle in Hünfeld. Ich leitete damals die Abteilung A des Dezernats A II/3 „Justizwesen“. Leon­hard Ermer, seit 1989 (bis 2001) unser Direktor, ernannte mich zum Leiter des „Aufbaustabs Hünfeld“. Meine rechte Hand war mein hochgeschätzter Kollege Karl-Heinz Uhlemann.

Die Politik hatte uns klare Zeitvorgaben gesetzt: Am 1. Juni 1990 sollten wir in einem Übergangsdomizil die Projektent­wicklung von zwei Verfahren für das Finanzministerium starten. Außerdem musste ein halbes Jahr später die neue Außenstelle mit integriertem Rechen­zentrum bezugsfertig sein. Ausschlag­gebend war hier die Abwicklung des automatisierten Mahnverfahrens (AU-MAV) des zentralen hessischen Mahn­gerichts, das in Hünfeld angesiedelt war und auch immer noch ist.

Ein Jahr pendelte ich zwischen meinem Arbeitsplatz in Wiesbaden und Hünfeld, wo Karl-Heinz Uhlemann und ich mit dem Bürgermeister, Architekten und Bau - unternehmern verhandelten, planten und den Baufortschritt überwachten. Planmäßig bezogen zehn Kolleginnen und Kollegen ihre neuen Büros im alten Landratsamt, das wir aber nach einigen Monaten Richtung Großenbacher Tor 1 verließen. Neben den beiden genann­ten Projekten für das Finanzministerium haben wir von hier aus für das Justizmi­nisterium das automatisierte Mahnver­fahren eingeführt.

Die Anzahl der HZD-Bediensteten wuchs, der Kontakt zur hessischen Justiz vertief­te sich, sie übertrug immer mehr und im­mer vielfältigere Aufgaben an die HZD.

1999 standen wesentliche Entscheidun­gen an: Die hessische Justiz wollte das Elektronische Grundbuch (SolumSTAR) einführen und darüber hinaus ihren gesamten Geschäftsbereich mit rund 14.000 Arbeitsplätzen modernisieren. Zwischenzeitlich hatten wir 45 Mitarbei­terinnen und Mitarbeiter. Unsere ange­mieteten Räumlichkeiten platzten quasi aus allen Nähten. Das Rechenzentrum war sicherheitstechnisch nicht mehr ausbaufähig. Karl-Heinz Uhlemann und ich waren mittlerweile ein eingespieltes Planungsteam – und wir wurden einmal mehr gefordert. Innerhalb eines Jahres entstand ein landeseigenes Gebäude in der Mackenzeller Straße mit rund 3.600 Quadratmetern Nutzfl äche und einem Hochsicherheitsbereich im Rechenzen­trum.

Das Gebäude hatten wir auf Expansion geplant, was gut war. Denn bis Ende 2008 verdoppelte sich die Anzahl der Kolleginnen und Kollegen, die zwischen­zeitlich in fünf Bereichen tätig waren. Im Mai 2009 nahm schließlich das Druck­zentrum der HZD in Hünfeld seine Arbeit auf. Wir bezogen eine weitere Depen­dance in der Töpferstraße, bevor ich mich im Mai 2012 nach über 20 Jahren in der Außenstelle in Hünfeld in den Ruhestand verabschiedete und Herbert Guder vertrauensvoll den „Staffelstab“ überreichte. // Frank Werner (INFORM 2/15, zum 25-jährigen Hünfeld-Jubiläum)

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