Die HZD als Motor in Zeiten der digitalen Transformation

Das fünfte Jahrzehnt der Historie kann man getrost als die dynamischste Phase der HZD-Geschichte bezeichnen – weniger, weil die Bediensteten der HZD auch 2010 ein Doppel-Jubiläum feiern können: 40 Jahre Wiesbaden, 20 Jahre Hünfeld. Vielmehr geht gleich zu Beginn dieser Dekade mit dem HessenPC ein HZD-Schlüsselprodukt (2011 zunächst noch als reines Abrechnungsmodell für Geschäftsprozesse der Landesverwaltung) an den Start, das sich bis zum Ende des Jahrzehnts stetig weiterentwickeln und 2020 mit dem Rollout-Ende von 71.000 HessenPC zu einem Standardisierungsvorhaben der komplexen Art gewachsen sein wird.

Schon unter der Ägide von Direktor Dr. Ulrich Schmidtberg (2010-2014) stehen neben dem sukzessiven, vom Kabinettsausschuss Verwaltungsmodernisierung im Juni 2012 beschlossenen HessenPC-Ausbau bereits weitere wegweisende Veränderungen an: HessenVoice etwa, womit dem Land erstmals eine einheitliche, zentral gesteuerte Telekommunikationslösung zur Verfügung stehen wird, oder „E-Conferencing“, sprich: Videokonferenzen für die Landesverwaltung, neue digitale Lösungen im Dokumentenmanagement oder Mobile Access, ein HZD-Produkt, das das Arbeiten innerhalb der Verwaltung mit mobilen Geräten – zusätzlich zu blackberry – ermöglicht.  Mobilität, Effizienzsteigerung, Innovation und IT-Sicherheit spielen eine immer bedeutendere Rolle in der HZD, die im Januar 2012 ihre Organisation entsprechend neu ausrichtet. Mit der Gründung des bundesweiten Vorhabens KONSENS ab 2007 beschleunigt sich die Entwicklung und der Einsatz von IT-Verfahren in den Steuerverwaltungen der Länder. Die HZD hat die Entwicklung des Verfahrens GINSTER (Grundinformationsdienst Steuer) für alle Bundesländer übernommen. GINSTER wird ab Sommer 2013 in allen hessischen Finanzämtern eingesetzt und in allen anderen Bundesländern von 2014 bis 2019 mit Hilfe der HZD eingeführt.

Auch die Justiz, deren Verfahren von Anfang an in Hünfeld betrieben werden, stellt mit dem „Gesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten“ (2013) die Weichen neu. Über die hessischen Landesgrenzen hinaus implementiert die HZD mit dem Piloten für das bundesweite Spieler-Sperrsystem OASIS ein IT-Projekt, das 2014 auch bei der CeBIT für großes Interesse sorgt. Im selben Jahr erhält mit Dr. Thomas Schäfer der hessische Finanzminister als neuer CIO des Landes auch die Zuständigkeit für die IT-Strategie des Landes. In den folgenden Jahren stellt die Landesregierung die Weichen für eine umfassende Digitalisierung der Landesverwaltung.

Unter der Verantwortung von Minister Schäfer entwickelt sich das Aufgabenspektrum und die Rolle der HZD in der Landes-IT mit ihren mittlerweile rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ungemein dynamisch – ein Trend, der sich bis heute ungebrochen fortsetzt. Ebenfalls 2014 erhält die HZD eine komplett neue Spitze – Joachim Kaiser übernimmt im Sommer den Direktorstab, Thomas Kaspar wird Ende des Jahres Technischer Direktor. Im Spätsommer 2015 –in Hünfeld ist der 25. Geburtstag angesagt und die HZD hilft unbürokratisch schnell im Projekt „Digitalisierung Asylverfahren“ bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik – stellen die Minister Schäfer und Beuth die „Digitale Verwaltung Hessen 2020“ vor, einen umfassenden Masterplan, an dessen technischer Umsetzung die HZD entscheidend mitwirken wird.

Paradigmenwechsel in der HZD

Es ist ein weiterer Schritt zu einem Paradigmenwechsel für die HZD – weg vom reinen IT-Dienstleister, hin zum Full Service Provider, der in Kooperation mit Kunden und Ressorts für innovative, zukunftssichere IT-Lösungen, -Konzepte, -Produkte und kompetente Beratung steht. Direktor Joachim Kaiser und Technischer Direktor Thomas Kaspar forcieren diese Weiterentwicklung und richten die HZD als strategisch-operativen Partner der Landesregierung ebenso nach innen neu aus. Das Rechenzentrum Wiesbaden wird umfassend modernisiert und mit Hinblick auf die anstehende Cloud-Transformation wird der Standardisierungs- und Automatisierungsgrad in der Servicebereitstellung ausgebaut.

2017 ist diese Vision auch mit Blick auf den veränderten gesetzlichen Rahmen, gegeben durch das „Onlinezugangsgesetz OZG“, in ein klares Statement gegossen: „Die HZD ist der führende öffentliche IT-Dienstleister in Hessen und einer der Top 5 IT-Dienstleister im Bund. Sie ist der Motor der Digitalisierung der Landesverwaltung. Die HZD ist kompetenter und zuverlässiger Partner der Ressorts. Als moderner und attraktiver Arbeitgeber bietet sie Raum für Innovation und Eigeninitiative.“ In den zentralen Landesprojekten DMS 4.0, Redesign Portale, Umsetzung OZG und Digitale Modellbehörden kommt diese neue Rolle der HZD zum Tragen. Aber nicht nur das: 2018 begrüßt die HZD die ersten Studierenden des dualen Studiengangs Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Verwaltungsinformatik/E-Government. Dieser basiert auf einer Zusammenarbeit des Landes, vertreten durch die HZD, mit der Hochschule RheinMain/Wiesbaden – eine von bald fünf Kooperation mit unterschiedlichen Hochschulen.

Ein knappes Jahr später dann eine nächste politische Zäsur in der IT-Strategie des Landes: Ministerpräsident Volker Bouffier ernennt am 15. Januar 2019 Prof. Dr. Kristina Sinemus zur Staatsministerin des neuen Ministeriums für Digitale Strategie und Entwicklung und Patrick Burghardt zum Staatssekretär und CIO – Zuständigkeiten und Kompetenzen werden neu geordnet. Derweil werden Thüringer Steuerbescheide im Rahmen einer Länderkooperation erstmals in der HZD berechnet und Hessen bündelt im Kampf gegen Cyberattacken und Online-Kriminalität die Kräfte von Polizei, Verfassungsschutz und Verwaltung im neuen Cyber Competence Center „Hessen3C“. Auch hier hat die HZD als operativer Arm und Motor der digitalen Transformation ihren Anteil.

Schlaglichter 2010 - 2019

2010 
Rund 800 HZD-ler feiern Doppel-Jubiläum: 40 Jahre Wiesbaden, 20 Jahre Hünfeld. Und Dr. Ulrich Schmidtberg wird am 6. Dezember neuer Direktor der HZD (2010-2014).

2011
Start für den HessenPC - zunächst noch als Abrechnungsmodell für übergreifende E-Government-Verfahren.

2012 
Die HZD bezieht ihr das Rechenzentrum in Mainz. Und der Kabinettsausschuss Verwaltungsmodernisierung beschließt die Erweiterung des HessenPC zum 01.01.2013. Der Auftrag geht an die HZD

2013
Internationales Beratungsunternehmen bescheinigt der HZD für IT-Benchmarking ein sehr gutes Ergebnis für 53 ihrer marktgängigen Leistungen. 

2014
Joachim Kaiser wird zum neuen Direktor der HZD und beruft im Dezember Thomas Kaspar als Technischen Direktor - die Doppelspitze ist komplett.

2015
Die Außenstelle Hünfeld feiert silbernes Standortjubiläum. Finanzminister Schäfer und Inneminister Beuth stellen den Masterplan „Digitale Verwaltung Hessen 2020“ vor.

2016
Zum 1. Januar geht das „Zentrale elektronische Schutzschriftenregister“ (ZSSR) an den Start, das IT-Sperrsystem OASIS läuft im 24/7-Support und HessenConnect wird als erstes HZD-Verfahren in der Public Cloud betrieben.

2017
Unter www.service.hessen.de stehen digitale Dienstleistungen und Informationen aus mehr als 150 Themengebieten rund um die hessische Landesverwaltung online. Die HZD hatte dafür die Projektleitung und Weiterentwicklung übernommen.

2018
Eine neue Liegenschaft, 180 Büroarbeitsplätze: Die Abteilung P „Produkte“ zieht in die nahegelegene Viktoriastraße 51. Und die HZD begrüßt als „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ die ersten dual Studierenden der Wirtschaftinformatik.

2019
Kristina Sinemus wird Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Patrick Burghardt Staatssekretär und CIO. „Hessen3C" heißt das neue Kompetenzzentrum gegen Cybercrime.