Die HZD als IT-Zentrale im Konzern Hessen

Die ersten Jahre des neuen  Jahrtausends sind stark geprägt durch die Einführung von E-Government in der öffentlichen Verwaltung. 1998 startete das Projekt „Neue Verwaltungssteuerung“, das in den Folgejahren zu umgreifenden Veränderungen in der gesamten Landesverwaltung führte: organisatorisch, personell und technisch. Da Hessen bei „E-Gov“ zu den bundesweiten Vordenkern und Machern zählte, standen der HZD (wieder einmal) spannende Jahre ins Haus. Zudem sorgte die Schaffung eines CIO auf Staatssekretärsebene für zusätzliche „Bewegung“ in der Landes-IT. Zahlreiche E-Government-Verfahren wurden angeschoben und der Einsatz der SAP-Software zügig vorangetrieben. Immer war die HZD – mal mehr und mal weniger – in die Entwicklung, die Umsetzung und den Betrieb neuer Verfahren und Anwendungen eingebunden. Dass die HZD in der Zeit von 2000 bis 2010 zwei Direktoren und eine Direktorin hatte, ist ein Indiz für eine bewegte Phase, die noch nicht abgeschlossen ist. Verwaltungs-IT kennt keinen Stillstand. Dies ist vielleicht das Fazit aus 40 Jahren HZD.

Dass Hessen 2009 als erstes Bundesland eine Gesamtbilanz vorlegen konnte, gründet in der Einführung und im Einsatz einer betriebswirtschaftlichen Software. Als THHC sorgt die HZD für den Betrieb der SAP-Software. Beim Aufbau zentraler Anwendungen wie Portal, der Infrastrukturkomponenten des Hessen Corporate Network, eJustice, Elektronische Vergabe und Dokumentenmanagementsystem, aber auch bei der elektronischen Fußfessel hatte die HZD die Hände im Spiel. Unter CIO Harald Lemke wurde vieles angeschoben, was unter seinem Nachfolger Horst Westerfeld fortgeführt wurde. Dazu gesellten sich rasante Entwicklungen in der Technik, einhergehend mit einer neuen Betonung der Nachhaltigkeit. So wurde Green IT auch in der HZD zum Thema. Die Außenstelle Hünfeld wurde durch die Übernahme der Druckstraße zusätzlich aufgewertet. Dies alles war nur durch die Gewinnung neuer – zunächst vielfach externer – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Doch hier steuerte schon Direktor Hardtke gegen. Kernkompetenzen sollen wieder verstärkt in den eigenen Reihen angesiedelt werden, was zwangsläufig den Personalbestand auf fast 800 Bedienstete ansteigen ließ.

Die hessischen Aktivitäten waren natürlich auch für andere Bundesländer von Interesse. So ist das Land seit 2005 Stammgast auf der CeBIT und die HZD ist mit dabei. Auch weitere Foren wurden genutzt, um für „IT made in Hessen“ zu werben. Ob bei „Moderner Staat“ in Berlin, den hessischen E-Government-Kongressen oder mit der eigenen HZD-Veranstaltung „IT im Dialog“. 

In den zurückliegenden zehn Jahren hat die IT alle Bereiche des öffentlichen Lebens erfasst. Datensicherheit und Datenschutz haben in dieser Zeit nochmals an Bedeutung gewonnen. Noch etwas ist verstärkt in den Fokus getreten: die Suche nach Kooperationspartnern. So ist die HZD Partner in bundesweiten Projekten geworden, wie beispielsweise beim Steuerverfahren KONSENS oder bei der eBeihilfe. Und gemeinsam mit dem Landesbetrieb Daten und Information aus Rheinland-Pfalz wird in Mainz ein neues Rechenzentrum aufgebaut.

Quelle: INFORM 4/2010

Schlaglichter 2000 – 2009

2000 
Aufbau des SAP-Rechenzentrums für das Projekt Neue Verwaltungssteuerung.

2001
HZD bezieht ihr neues Domizil in Hünfeld.

2002
HZD erhält das Zertifikat „Beruf und Familie“.

2003
Der erste hessische E-Government-Masterplan wird veröffentlicht.

2004
Das Gateway zur ekom21 ermöglicht die Mailanbindung der hessischen Kommunen an das HCN.

2005
Rezertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems der HZD nach DIN ISO 9001:2000.

2007
Zahlreiche E-Government-Verfahren gehen erfolgreich in Produktion.

2008
HZD-Hausmesse „IT im Dialog“.

2009
Der zweite Masterplan für E-Government und Verwaltungsinformatik tritt in Kraft.