IT-Sicherheit in 50 Jahren - Teil 2: Technischer Wandel

Firewalls gibt es noch gar nicht so lange. Tatsächlich kamen die ersten Ende der 1980er Jahre auf den Markt. Es ist kein Zufall, dass dies auch die Zeit ist, in der die Verbreitung des Internets langsam Fahrt aufnahm.

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Durch die ständige Präsenz von Servern in einem globalen Netzwerk, das von überall her erreichbar war, gab es auf einmal auch vermehrt Zugriffe auf diese Systeme über Ports, für die sie eigentlich gar
nicht gedacht waren – zumindest nicht für jedermann. Bislang waren die Netze ja weitestgehend isoliert und nur über dedizierte Verbindungen erreichbar. Nun reichte eine Trennung in unterschiedliche Netze durch herkömmliche Router nicht mehr aus. Man benötigte ein Gateway, das auch auf dem Netzwerk-Layer 4 operieren konnte, um unberechtigte Zugriffe zu vermeiden. Die Paketfilter-Firewall war damit geboren.

Die nächste Generation, sog. „Stateful Firewalls“ kamen ca. fünf Jahre später auf den Markt. Mit der Überwachung des Zustands der Datenpakete, die diese Systeme leisteten, war der Aufbau effektiverer Sicherheitsarchitekturen möglich. Irgendwann erkannte man, dass auch dies nicht für alle Anwendungsfälle reichte und man den Datenverkehr im Netzwerk auch auf der höchsten Ebene, der Anwendungsebene, filtern können muss. Und so wurden Mitte der 1990er Jahre „Application Layer Firewalls“ entwickelt.

Bis ca. 2005 die ersten „Next Generation Firewalls“ (NGF) auf den Markt kamen, gab es lediglich Verbesserungen in der Effizienz der Systeme. Die NGF werden bis heute entwickelt und setzen stark auf aktive Schaderkennung und –abwehr. Aktuelle Entwicklungen gehen in Richtung KI und werden derzeit hauptsächlich zur DDOS-Abwehr genutzt.

Während die Technologie der Firewalls vor allem im Unternehmenssegment eine größere Rolle spielte, waren Antivirenprogramme auch für Privatanwender eine wichtige Komponente zur Verbesserung der Informationssicherheit. Über die Anfänge von Computerviren und Antivirensoftware (AV-SW) streitet sich die Fachwelt. Eine sehr frühe Form einer Schadsoftware wurde 1971 durch Bob Thomas entwickelt. Sie verbreitete sich über den damaligen Internetvorgänger, das DARPANET. Hierfürwurde auch schon ein spezielles Programm zur Entfernung der Software entwickelt, das jedoch mit moderner AV-SW nichts gemein hat.

1982 wurde der sog. ElkCloner von einem begabten Jugendlichen entwickelt, der den damaligen Apple II damit im Visier hatte. 1984 veröffentlichte Fred Cohen in seiner Doktorarbeit die Definition eines Computervirus. Sie ist die Grundlage für moderne AV-SW, die so heute noch Bestand hat. 1986 verbreitet sich das sog. Brain Virus, das erste Virus, das über Disketten verbreitet DOS-Rechner als Wirtssysteme befallen hat.

Erste richtige Antivirenprogramme gibt es erst seit Ende der 1980er Jahre. Zehn Jahre später nimmt die Entwicklung von AV-SW schnell Fahrt auf. In dieser Zeit werden die einschlägig bekannten Firmen wie AntiVir, Norton, AVG, Kaspersky, u.v.m. gegründet. Heute sind Computerviren eine immense Bedrohung für alle geworden. Ein System ohne AV-SW wäre schnell Opfer eines der unzähligen Schädlinge. Laut Eugene Kaspersky, Gründer der Firma Kaspersky, werden pro Tag ca. 5.000 neue Schädlinge produziert. Es gibt jedoch auch Gerüchte, die behaupten, der Bock wurde hier zum Gärtner gemacht - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

(1) Namensgeber war der Science-Fiction-Film „WarGames“ (1983)


 

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