Tor zur Welt

Wochenende, Zeit den Urlaub zu planen. Buchungsplattform im Internet aufrufen und Hotels suchen. Immer dabei: Werbung. Ein Versandhandel bietet mir ein Stativ an … danach habe ich doch in der Weihnachtszeit gesucht. Zufall? – Sicher nicht!

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IT-Sicherheit - Awareness

Tor zur Welt

Wochenende, Zeit den Urlaub zu planen. Buchungsplattform im Internet aufrufen und Hotels suchen. Immer dabei: Werbung. Ein Versandhandel bietet mir ein Stativ an … danach habe ich doch in der Weihnachtszeit gesucht. Zufall? – Sicher nicht!

Beim Surfen fallen viele Informationen an. Suchmaschinen kennen unsere Interessen, wenn wir nach Begriffen suchen. Die Anbieter einer Webseite erkennen, welche Produkte wir uns ansehen. Diese Speicherung und Auswertung unserer Bewegungen wird Tracking genannt.

Technisch basiert das Tracking auf Cookies, kleinen Merkzetteln, die beim Besuch einer Webseite gesetzt und auf meinem Computer gespeichert werden. Damit kann dokumentiert werden, welche Produkte ich mir angesehen habe. Jeder Anbieter kann so nachvollziehen, ob ich schon mal auf seiner Seite war und was mich bisher interessiert hat.

Cookies sind aber auch für die Funktion der Webseite notwendig, z.B. wenn wir einen Warenkorb befüllen oder eine Banküberweisung ausfüllen wollen. In diesem Fall fordern immer mehr Betreiber das Einverständnis des Surfers ein und schaffen so ein Stück Transparenz.

Diese Datensammlung kann auch ein Drittanbieter übernehmen. Zumeist ohne Nachfrage wird er informiert, wenn ein Surfer eine Webseite betritt. Der Drittanbieter betreut noch weitere Anbieter und kann so die Reise durch das Internet verfolgen und dokumentieren.

Aus den verschiedenen Spuren wird so ein „persönliches“ Profil des Surfers erstellt. Dieses wird verwendet, um ihn mit Informationen zu versorgen, die speziell auf seine Interessen ausgerichtet sind. Aber wer entscheidet, welche Information gut für mich ist? Ich bekomme also gefilterte Informationen. Und nur weil ich in der vergangenen Woche einen Krimi gesucht habe, bekomme ich jetzt immer Krimis angezeigt? Wenn ich dies nicht möchte, muss ich die Datensammlung unterbrechen.

Dies ist kein einfaches Unterfangen. In den Einstellungen des Browsers kann ich die Verwendung von Cookies untersagen. Wem das zu rigoros ist, kann auf Plugins (auch add-ons genannt) zurückgreifen. Diese kleinen Zusatzprogramme werden im Browser installiert, suchen beim Zugriff auf eine Webseite nach Tracking-Versuchen und unterbinden diese. Es gibt hierzu vielfältige Hilfsprogramme, aber manche stehen in letzter Zeit selbst in Verdacht, Daten zu sammeln.  

Welche Hilfsprogramme wir in unserem Browser aktivieren und nutzen, muss gut überlegt sein. So spielen Plugins auch bei der Behandlung von aktiven Elementen eine wichtige Rolle. Möchte ich z.B. einen Film im flash-Format oder den Text einer pdf-Datei ansehen, muss das entsprechende Plugin installiert und aktiv geschaltet sein.

Die dafür vorhandenen Plugins sollten möglichst deaktiviert oder nur auf Nachfrage aktiviert werden, damit wir als User die Hoheit behalten. Denn diese aktiven Elemente sind das Salz in der Informationssuppe und das möchten wir gern schmecken.

Jedes Plugin kann auch wieder Schwachstellen enthalten. Sei es, dass es für Angriffe anfällig ist oder selbst Daten sammelt. Für die sichere Handhabung der benötigten Browsereinstellungen gibt es im Netz viele Anweisungen. Entsprechende Links finden sie auch in der online-Version dieses Artikels.

… mein Hotel ist gebucht. Schade nur, dass ich mir das Stativ schon gekauft hatte und die Werbung daher sinnlos war.