HZD lädt zur Hausmesse

Großer Bahnhof in der Wiesbadener Zentrale der HZD: 165 Gäste aus Ministerien, Behörden, Institutionen und Presse kamen am Donnerstag, 30. November 2017, zur HZD-Hausmesse, die sich mit dem Motto „Digitalisierung gemeinsam gestalten“ umfangreicher, informativer und interaktiver denn je präsentierte. Spannende Fachvorträge, filmende Drohnen und virtuelle Realitäten, Live-Hacking und Hologramme, resiliente Infrastrukturen, brandneue Management-Informations-Systeme und und und: Die in 30 Themen-Inseln vorgestellten Schwerpunkte „Digitale Verwaltung“, „Visionen & Innovationen“, „Beratungs-Kompetenz“, „IT-Sicherheit“ haben das topaktuelle Thema Digitalisierung hautnah erlebbar gemacht – und in zwangloser Messe-Atmosphäre einen Blick in das gewachsene Leistungs-Portfolio der HZD geboten.

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Hausmesse 2017: Impressionen
Hausmesse 2017: Blick in das HZD-Atrium

Gastgeber Joachim Kaiser, Direktor der HZD, musste in seine Begrüßungsrede ausnahmsweise eine planmäßige Pause einbauen. Ein vorsätzlich zu spät einfliegender Überraschungsbesuch wurde erwartet; einer, der mit hochauflösender Kamera gestochen scharfe Luftbilder auf die Leinwand des bestens gefüllten großen Konferenzraums funkte. Und siehe da: „Wow“-Effekt geglückt, auf Drohnen ist Verlass - auch wenn sie im Innenhof zwischen Haupthaus und Nebengebäude ein eher ungewohntes Fotomotiv abgeben.

Stichwort Veränderungen: Die Digitalisierung, das hatte Direktor Kaiser bereits in seinem schriftlichen Hausmesse-Statement klar gemacht, führt zu einem tiefgreifenden Wandel in nahezu jedem Lebensbereich und hat auch längst die Verwaltung erreicht. Es gehe dabei nicht allein darum, bestehende Verwaltungsverfahren künftig elektronisch verfügbar zu machen - die Verwaltung werde ihre Leistungen und die Art der Leistungserbringung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen massiv verändern. Und sie werde in ihrer Binnenwelt „nach innen“ ganz anders arbeiten, als sie dies in der Vergangenheit getan hat.

Bei der Realisierung vieler, oft landesweiter Vorhaben – allen voran die maßgebenden, von der Landesregierung formulierten Programme „Digitale Verwaltung Hessen 2020“ und „Strategie Digitales Hessen“ – fällt der HZD eine Schlüsselrolle zu. Das bedeutet für die HZD als zentraler IT-Dienstleister der Landesverwaltung nicht nur ein quantitatives Wachstum der Aufgaben und der damit verbundenen Verantwortung, es wird auch die Rolle und das Selbstverständnis signifikant beeinflussen.

„Hessen gilt seit Jahren zu Recht als ein Vorreiter bei der Verwaltungsmodernisierung in Deutschland. Doch auf bereits Erreichtem sollten wir uns nicht ausruhen“, ergänzte anschließend Hessens Co-CIO Roland Jabowski, der seit diesem Jahr Finanzminister und CIO Dr. Thomas Schäfer unterstützt. „Ganz grundsätzlich gilt“, so der Co-CIO weiter, „in Deutschland haben wir noch eine ordentliche Wegstrecke vor uns. Hessen geht auch auf diesem Weg voran und hat mit der HZD einen erstklassigen IT-Dienstleister an seiner Seite, dessen Verfahren und Produkte auch in anderen Bundesländern Anwendung finden."

„Digitalisierung ändert das Spiel“ titelte danach treffend die mit großem Applaus bedachte Keynote von Prof. Dr. Hermann Hill (Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Speyer), der den Redner-Staffelstab von Roland Jabkowski übernommen hatte, um schließlich vor seiner finalen Aufforderung „Werden wir zum Spiel-Macher!“ noch einen mahnenden Appell zu setzen: „Digitalisierung gestalten“ bedeute, ihre positiven Optionen zu nutzen, aber auch die möglichen Gefahren zu erkennen und in das Handeln einzubinden.

Zuvor hatte Hill (u.a. Initiator des European Public Sector Awards und Mitglied des Sachverständigenrates „Schlanker Staat“ der Bundesregierung) in seinem äußerst kurzweiligen 60-Minuten-Vortrag einen wahre Tour de Force durch die Pros und Contras der „Digitalen Transformation“ hingelegt, die Macht von Datenkonzernen wie Google, Facebook und Amazon aufgezeigt, eine „disruptive“, also neue, durch Digitalisierung geprägte Arbeitswelt prognostiziert und Chancen wie Risiken des „Machine Learnings“ und der künstlichen Intelligenz beschrieben.

Für die öffentliche Verwaltung bestehe durch die rasante „Datafizierung“ gleich eine ganze Reihe von Herausforderungen: von der Qualifizierung der Mitarbeiter in Sachen Datenanalyse über die Themen „Mobiles Arbeiten“, „Crowdworking“ (die „Industrialisierung von Kopfarbeit“) und Blockchain („Die Neuvermessung der Welt“) bis hin zu arbeitsrechtlichen Aspekten, Datenschutz und dem zentralen Punkt IT-Sicherheit – ein Modernisierungsprozess, den es gerade auch für die HZD zu gestalten gelte. Umso erfreulicher, dass Prof. Hill die HZD dabei bestens aufgestellt sieht und ihr die inoffizielle Namensänderung „Hessische Zentrale für digitale Innovation“ empfehlen wollte.

Blickwechsel

Ein nächstes Vortrags-Highlight dann am Nachmittag, als der Hessische Datenschutzbeauftragte Prof. Dr. Michael Ronellenfitsch über „Rechtliche Neuerungen zur Datenschutzgrundverordnung“ und die Implikationen der ersten EU-weiten Datenschutzgrundverordnung für Behörden und Verwaltung referierte – um das Auditorium wieder einmal auf seine unnachahmliche Art für ein vermeintlich „trockenes“ juristisches Thema zu begeistern.

Für staunende Gesichter unter den Messe-Besuchern sorgte während der Ausstellung dann im Themenblock „Visionen und Innovationen“ unter anderem die ganz reale „Erlebnis“-Präsentation einer „Mixed-Reality“-Brille (Microsoft Hololens), die es – unterstützt durch ein „Natural User Interface“ – dem Benutzer erlaubt, interaktive 3D-Projektionen in der direkten und noch wahrnehmbaren, weil durch transparente Bildschirme gesehenen Umgebung darzustellen. 

Diese Technologie ermöglicht Anwendungen wie eine „virtuelle Unfallortbegehung“, die beispielsweise in einer Gerichtsverhandlung allen Beteiligten den Weg zum Ort des verhandelten Geschehens erspart, oder die eine 3D-Projektion der akuten Einsatzlage einer Spezial-Einheit abbildet, deren Geiselbefreiung etwa vom fernab stationierten Führungsstab live verfolgt und dirigiert werden kann.

Ähnlich beeindruckend: Die eIDAS-Station, an der Markus Schramm (HZD, Architektur, Produkte und Standards) mit einer attraktiven Präsentation die seit 2016 geltende EU-Verordnung zur Verwendung elektronischer Signaturen und Identitäten im Praxismodell vorgestellt hatte – via Glas-Pyramide und integriertem Hologramm, im dem das künftig grenzüberschreitend nutzbare Identifizierungs-Tool anschaulich visualisiert wurde. Mit eIDAS hat der digitale EU-Binnenmarkt nämlich nicht nur den Turbo gezündet. Deutschland ist als erstes EU-Mitglied, das die Notifizierung abgeschlossen hat, auch Vorreiter. Womit sich der Kreis zur HZD schließt, die den Blick nach vorne gerichtet hat und, so Direktor Joachim Kaiser, „die digitale Transformation in der hessischen Landesverwaltung kompetent und pro-aktiv begleiten wird.“

Ansprechpartner
Kontakt: Manuel Milani
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0611 340-1506
Fax: 0611 340-1150
E-Mail: pressestelle@hzd.hessen.de

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